Betrachtung unseres Planeten

Seit nun schon einer geraumen Weile geht mir ein Thema in Kopf und Herz herum, dass ich nun (endlich!) auch mit meinen Lesern teilen muss. Schon, weil es mich besonders tief berührt, sooft ich daran denke oder ihm begegne.
Jüngst hat auch unser (also der deutsche) Astronaut, nämlich Alexander Gerst, welcher die Ehre eines ISS-Aufenthaltes hatte, in einer Videobotschaft an seine – wohlgemerkt noch gar nicht existierenden – Enkel auf wunderschöne Art und Weise darüber gesprochen. Was mich erneut eindringlich erinnerte.

Das Thema lautet „Unser Planet“.
Allzu leichtfertig nehmen wir meist diese Worte in den Mund, sofern wir dies überhaupt tun.
Dabei ist unser Planet Erde etwas, über das wir uns täglich bewusst Gedanken machen sollten. Es ist unermesslich wichtig, und wird immer wichtiger, dass wir uns über einige Tatsachen nicht (länger) hinwegtäuschen.
Der Planet, den wir bewohnen (dürfen!), ist diese einzigartig schöne, wundervoll fruchtbare Kugel im unendlichen Weltraum, die uns alles bietet, was wir zum Überleben und auch zum Wohlfühlen brauchen – und zwar im Überfluss. Vor der Entstehung des Menschen und auch noch am Anfang seines Daseins war alles Existierende im Gleichgewicht.
Umso bewusster der Mensch jedoch wurde, desto rücksichtsloser ging er mit allem um, das ihm begegnete. Ob Natur und Rohstoffe oder Tier und Lebensraum, alles gehörte plötzlich diesem angeblich intelligentesten Wesen von allen und hatte vollständig zu seiner Verfügung zu stehen oder gefälligst aus seinem Weg zu verschwinden. Selbst über andere Menschen wollten und wollen Menschen herrschen.
Mittlerweile zerstören wir nun schon viel zu lange wissentlich und aktiv diesen ganzen Planeten Erde und alles an Wundervollem, was hier zuhause ist.

Diese Umstände sind allgemein bekannt, genau wie der Fakt, dass es so gar nicht sein muss.
Wir sind mittlerweile intellektuell wie technisch weit genug entwickelt, uns auf eine umwelt- und menschenfreundliche und -würdige Weise zu versorgen. Zugegeben: es mag an vielen Stellen ungewohnt scheinen und vielleicht unbequem anmuten, und zugegeben: es ist oftmals einfacher, beim Gewohnten zu bleiben.
Jedoch profitiert das Menschenwesen auch vom Wandel, von der Entwicklung, vom Streben zum Besseren, zum Höheren. Davon, auf das Herz zu hören statt Bequemlichkeit, eigenen Vorteil oder gar Profitgier als wertige Lebensinhalte zu betrachten.
Wer schon einmal etwas getan hat, das vollkommen selbstlos war (abgesehen natürlich vom Wohlgefühl des Helfens an sich), weiß genau, wovon ich rede. Da ist dieses deutliche Empfinden in uns, dem größeren Wohl zu dienen (und damit auch dem eigenen).

Wie ich bei mir selbst festgestellt habe, gibt es durchaus wirksame Methoden, mich fühlbar daran zu erinnern. Die für mich einfachste und zugleich wirkungsvollste besteht darin, mir ein Bild von der Erde anzusehen, sie sozusagen von außen zu betrachten, vom Weltraum also.
Natürlich darf ich nicht die Internationale Raumstation besuchen, jedoch gibt es mittlerweile genügend frei verfügbare Bilder und Videos, die diesem Zweck absolut gerecht werden.
Bei mir lösen sie regelmäßig ein Gefühl des tiefen Friedens aus, ein Empfinden meiner Winzigkeit und auch eine Ergriffenheit, die mich in mich hineinhorchen lässt.

Ich rufe dazu auf, sich diesen Bildern auszusetzen, möglichst mehrere Minuten täglich – es wird dadurch um ein Vielfaches leichter, über eigenes Umdenken zumindest nachzudenken und es sich vorzustellen. Die richtige Motivation ist eine unschätzbare Hilfe – und niemand braucht von heute auf morgen das gesamte alltägliche Verhalten umzustellen. Kleinigkeiten sind ein wertvoller Anfang. Beispielsweise kann als Einstieg endlich Mülltrennung praktiziert werden, der Verzicht auf die Verwendung von Plastik-Obsttüten oder -strohhalmen, die Benutzung eines eigenen Kaffeebechers statt der immernoch weit verbreiteten Einwegdinger.
Der Wechsel zu einer fairen Bank oder einem Naturstrom-Anbieter ist ein vergleichsweise einfacher, doch wirksamer Schritt in die richtige Richtung – und ist nicht einmal täglich nötig, sondern nur ein einziges Mal.
Produkte aus fairem Handel zu kaufen statt so billig wie irgend möglich ist auch eine wertvolle Angewohnheit. Eine weitere achso einfache Möglichkeit ist, weniger Fleisch und Milchprodukte zu verzehren – besonders für diejenigen, für die eine vegetarische Lebensweise (bisher) nicht in Frage kommt. Dann ist es auch möglich, sich diese in Bio-Qualität zu gönnen – und ich versichere Euch, der Unterschied ist sowohl spür- als auch schmeckbar.

Und informiert Euch! Lest nach über alles, was wir unserem Planeten angetan haben und weiterhin antun, lest nach über ausgerottete und stark bedrohteTierarten, Massentierhaltung (ja, ich weiß, dass das ein schmerzhaftes Thema ist) und verschwundene und verschwindende (Regen)Wälder. Und wenn es Euch wie mir geht und Ihr davon nur traurig werdet, dann lest nach, was Ihr dagegen tun könnt.
Schaut Euch an, was großartige Menschen an großartigen Initiativen auf die Beine gestellt haben und findet heraus, welche Ihr untertützen könnt und mögt. Die Auswahl ist schier unendlich (was an sich doch auch schon Mut macht).

Und am Allerallerwichtigsten: wenn es Euch gelungen ist, auch nur ein wenig wachgerüttelt(er) zu sein, bitte schlaft nicht wieder ein! Der Planet und auch die Menschen brauchen wache Leute, die mithelfen und wiederum anderen das Umdenken erleichtern.

 

 

[Lizenzhinweis für das wunderschöne Beitragsbild:
By Reto Stöckli (land surface, shallow water, clouds)Robert Simmon (enhancements: ocean color, compositing, 3D globes, animation)Data and technical support: MODIS Land Group; MODIS Science Data Support Team; MODIS Atmosphere Group; MODIS Ocean GroupAdditional data: USGS EROS Data Center (topography); USGS Terrestrial Remote Sensing Flagstaff Field Center (Antarctica); Defense Meteorological Satellite Program (city lights). - http://visibleearth.nasa.gov/view.php?id=57723, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=291682
 Danke!]

 

 

 

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