Ethik und Bank – ein Widerspruch in sich?

Ein Bankwechsel gehört zu den Dingen, die wohl nur alle Jubeljahre einmal vorkommen. Das ist bei mir nicht anders. Nur aus Notwehr würde ich die Bank wechseln, wenn die dortigen Zustände mich quasi zwingen.
Genau dies passierte mir zum Jareswechsel. Die Bank, bei der ich bis dato ein gebührenfreies Privat-Girokonto führte, entschied sich für eine Änderung ihrer Geschäftsbedingungen. Diese äußerte sich in Form von monatlichen Kontoführungsgebühren, und zwar sollte ich von nun an stolze zehn Euro bezahlen.
Das Prinzip ist mir klar und wirklich unfair finde ich den Gedanken nicht, Gebühren für erbrachte Leistungen zu zahlen. Jedoch brachte die Situation Gedanken darüber auf, wohin ich mein Geld da gebe. Soll heißen, wo fließt es hin, welche Zwecke werden damit – auch von mir – unterstützt?

Ein paar Recherchen und wieder die Erkenntnis: die großen Banken haben nicht unbedingt das Weltwohl auf ihren Prioritäten-Listen. Da scheint (immernoch) der größtmögliche Profit das oberste Ziel zu sein und ob auf diese Weise beispielsweise Kinderarbeit oder Waffenhandel unterstützt wird, spielt keine nennenswerte Rolle.

Gibt es also eine Bank, die das anders macht? Ganz klares Ja! Es gibt sogar mehrere, mit der Suchmaschineneingabe ’soziale Banken‘ lassen sie sich finden.
Eine davon ist die EthikBank – ja, die heißt tatsächlich so. Und der Name ist hier Programm. Ich habe mich für diese Bank entschieden, weil ich den Namen sofort sympathisch fand. Na gut, gründliches Nachforschen und hilfreiche Test-Seiten im Internet mögen auch ihren Teil beigetragen haben.

Endlich ist die neue Geldkarte da
Endlich ist die neue Geldkarte da

Seit nunmehr drei Monaten bin ich also dort Kundin und bisher bin ich sehr zufrieden. Meine EC-Karte hat ein goldenes Gelb und den Schriftzug ‚Faires Geld‘, das finde ich hübsch. Die Mitarbeiter des Service-Telefons sind freundlich und wirken weniger wie Callcenter-Arbeitskräfte als vielmehr wie Angestellte eines Familienunternehmens, sind gutgelaunt und hilfsbereit. Der Wechsel an sich war recht simpel und alle Bankgeschäfte ließen sich reibungslos übertragen.
Geld abheben kann ich kostenfrei an Automaten der Volksbank, davon gibt es immerhin einen in meiner ungefähren Nähe.

Es bereitet mir eine wohlige Freude, mit meinen Geldeingängen Gutes zu tun – und außerdem ganz mit Absicht mein Geld aus manch verabscheuungswürdigem Geschäft herauszuhalten. Die monatlichen fünf Euro Gebühr finde ich dafür gut angelegt.

ZumWeiterlesen gibt’s hier noch den Link, in diesem Fall zur Homepage der EthikBank – diese bietet ausführlichste Informationen über die Unternehmens-Philosophie sowie über dessen Geldanlagen, Förderprojekte, Kampagnen und die Kriterien, nach denen über alle diese entschieden wird.

Und der Vollständigkeit halber möchte ich gern noch die Website lobend erwähnen, die mich dutzendfach mit Ideen beliefert und inspiriert, zum Weitermachen motiviert und immer neu aus meiner Bequemlichkeit (und manchmal Ignoranz) rüttelt: utopia.de. Dort gibt es umfängliche Beiträge zu allen möglichen Themen aus den Kategorien Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit, veganes Leben, Minimalismus; mit wirklich nützlichen, oft überraschend einfachen Tipps zur Umsetzung im Alltag.
Wenn Du also zum Beispiel gern wüsstest, wie sich das nun mit den Bio-Produkten wirklich verhält, welche Zahnpasta ohne Mikroplastik auskommt und/oder Du die neusten Upcycling-Anregungen suchst – dort bekommst Du all das und manches mehr.

Ich bin (Lebens)Künstlerin, zweifache Mama, im Herzen noch Kind, Assistentin für alles Mögliche sowie Beraterin in verschiedensten Lebenslagen, und das alles im zauberhaften Leipzig.
Das Leben fasziniert mich maßlos, bis ins kleinste Detail möchte ich es (er)leben, es kosten und auskosten, es intensiv ergründen. Immer interessiert mich brennend, wie die Dinge zusammenhängen, und welchen Einfluss ich selbst auf bestimmte Situationen habe.
Neuem gegenüber stets offen, begeistern mich oft selbst die unscheinbarsten Kleinigkeiten.
Und weil sich (mit)freuen – und manchmal –wundern – soo schön ist, schreibe ich Erlebtes und Gefundenes in diesem freundlichen Blog nieder.
Möge die geneigte Leserschaft ihr helles Vergnügen daran haben!